Waldtherapie mit Angelika Linhardt

Das Waldklima und seine gesundheitlichen Auswirkungen

- aus dem Buch "Waldtherapie" von Prof. Dr. Schuh -

Das Waldklima unterscheidet sich allgemein erheblich vom Freiland.  

Die Wälder weisen ein eigenes Lokalklima auf, das je nach Baumart, Belaubung, Höhe der Bäume und Dichte des Bestandes unterschiedlich sein kann. So schützt der Wald zum Beispiel im Sommer vor hoher UV-Strahlung und der Wärme direkter Sonnenstrahlung.

Lufttemperatur - Kommt man an einem heißen Sommertag vom Freiland in einen Wald, spürt man angenehme Kühle.

Bei schlechtem Wetter macht sich die ausgleichende Wirkung von Wäldern besonders bemerkbar (Trenkle 1989). Große Temperaturschwankungen werden ebenso abgeschwächt wie heftige Winde und starke Windböen.

Auch die Luftfeuchtigkeit ist im Wald wegen der geringen Luftbewegung und der Verdunstung 5-10% höher als im Flachland (Trenkle 1989).

Bei Regen ist der Mensch insgesamt im Wald geschützt: bei schwachem Regen vollständig geschützt und bei stärkerem Niederschlag einer bis 40% verminderten Intensität ausgesetzt.

Wind - Wälder reduzieren die Windgeschwindigkeit. Die stärkste Schutzwirkung haben Nadelwälder aufgrund der dicht stehenden Nadeln .

Sauerstoff - Die Wälder werden häufig als „grüne Lunge“ bezeichnet. Rein rechnerisch produzieren fünf einzeln stehende große Bäume oder 20 Waldbäume in einem Altbestand den Tagesbedarf eines Menschen.

Viel wichtiger ist jedoch die Speicherwirkung von Kohlendioxid im Blatt und im Stamm, die im Kontext mit dem Klimawandel für unsere Umwelt elementar ist.

Saubere Luft – Ausgedehnte Waldgebiete stellen ein großes Reinluftreservoir dar, denn die Bäume verbrauchen Kohlendioxid und produzieren Sauerstoff. Ein gesunder hundertjähriger Baum kann z.B. pro Jahr 1 Tonne Luftverunreinigungen filtern.